Wien und seine Keller

Das Kellerwirtshaus im Friedhofskeller

Manchmal ist es schwer zu glauben was es unter unserem schönen Wien alles zu finden gibt. Von Luftschutzkellern bis hin zu alten Grüften & deren Verbindungsgängen hat Wien eine Zweite mystische und vergessene Seite. Während an der Oberfläche der Jubeltrubel herrscht, schlummern nur ein paar Meter unter uns Relikte und Anlagen aus lang vergessenne Zeiten. Wohnhäuser die auf alten Friedhöfen gebaut wurden und Luftschutzbauten durch die LKWs fahren können sind dabei nur ein kleiner Teil dieser unglaubsamen Welt. Im heutigen Beitrag widmen wir uns dem Keller eines bekannten Wohngebäudes im Ersten Wiener Gemeindebezirk, dass auf einem alten Kirchenfriedhof gebaut wurde. Wenn man durch die alten Kellergänge schlendert, vorbei an Relikten des 18en Jahrhunderts, findet man an manchen Stellen noch menschliche Skelettteile die an den einstigen Kirchenfriedhof erinnern. Neben einer kleinen Nische finden man das Loch des ehemaligen Lastenaufzug eines seit Jahrzehnten verlassenen Kellerwirtshauses, durch das man auch in das zweite Kellergeschoss, dem alten Wirthaus gelangt. 1000e alte Bierkrüge, kaputte und halbwegs intakte Weinfässer sowie Fleischerhaken verleihen diesem vergessene Kellergeschoss einen ganz besondere Flair. Überall Holz das beim ansehen achon zusammen bricht, schmale Verbindungsgänge und Zeitschriften von 1930 zeugen von einer Zeit, als hier unten noch gefeiert wurde. Durch einen kleinen abfallenden Gang kommt man auch in das ehemalige Kühlräumchen indem selbst heute noch die rostigen Regale von damals stehen. In einem anderen Raum, indem mehrere zerfallene Regale und Holzfässer stehen, fanden wir Briefumschläge mit der Aufschrift "Gemeindeverwaltung des Reichgaues Wien", vertrauliche Briefe einer Untersuchungsstelle aus dem zweiten Weltkrieg, wofür dieses altes Wirtshaus im zweiten Weltkrieg verwendung fand, ist uns allerdings noch unklar. Neben etlichen Haufen voller Relikte die teilweise noch vor dem zweiten Weltkrieg zu datieren sind, ist dieses verschollene Kellerwirtshaus eine ganz besondere Zeitkapsel die es nicht verdient hat, im dunkeln weiterhin zu vergessen.



Von Stadtmauern bis Pferdeställen

 

Während unserer Recherchearbeiten die sich momentan hauptsächlich um den 2. Weltkrieg handeln, finden wir immer wieder historische Relikte über das alte Wien, die teilweise mehrere Jahrhunderte überdauert haben. Bei der Begehung des hier gezeigten Kellers, der laut einem Plan von 1944 eine Verbindung zu einem Hauptausstiegsbauwerk des L.S. Raum Netz Innere Stadt haben sollte, stießen wier anstatt auf der erhofften Verbindungsgänge, auf Reste ...der Wiener Stadtmauer sowie einen Rampenartigen Gang durch dem einst Pferdekutschen unterwegs waren. Ein nachträglich erbauter Verbindungsgang ( Titelfoto ) stellte die Verbindung zum besagten Keller her, der neben den Resten der alten Stadtmauer auch noch den originalen Pferdestall samt Pferdetränke hatte. Leider konnten wir nicht herausfinden ob der besagte Plan wirklich komplett realisiert wurde, oder er wiedermal nur eines von etlichen unvollständigten Projekten aus dem 2. Weltkrieg war.



4 Stöcke in den Untergrund

Viele Keller im ersten Wiener Gemeindebezirk gibt es schon mehrere 100 Jahre die im Laufe der Zeit einiges durchgemacht haben, von der Türkenbelagerung bis hin zum zweiten Weltkrieg erzählen sie uns unendliche Geschichten. Natürlich wurden dieser Keller im Laufe der Zeit vergrößert, verändert und teilweise stark umgebaut, aber nichts desto trotz findet man selbst heute noch Keller mit bis zu 4 Etagen in unserem Wien.

Auf den Bilder seht iht so einen 4 Stock tiefen Keller mit schönen Nischen an dann Kellerwänden, auch ein Kapellen- ähnlicher Raum ist im letzten Stock zu finden. Leider wurden so gut wie alle Relikte an das Luftschutzraumnetz Innere Stadt entfernt, lediglich ein paar ehemalige Mauerdurchbrüche erinnern an diese schreckliche Zeit.



Ungeahnte Kellereingänge

Wenn wir sagen das viele Gebäude einen Keller haben, werden wir wohl schräg angeschaut werden. Allerdings gibt es in Wien unzählige vergessene Kellersysteme die seit Jahren vor sich schlummern, teilweise liegen dort Relikte die von schlimmen Zeiten zeugen. Von Wandaufschriften aus der Kriegszeit, über vergessene Notaborte die einst als WC während eines Luftangriffes gedient haben bis hin zu massenhaft verlorene Familienfotos aus mehr als 100 Jahren Geschichte. Feuchtigkeit und der Zahn der Zeit nagen an diesen Relikten und es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann all diese vergessenen Sachen nicht mehr da sind. Versuchen wir so gut wie möglich die letzten Reste dieser Zeit archäölogisch zu dokumentieren und die vergessenen Familienalben und Relikte zu retten.


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